Gemäss unserem Organisationsreglement gehört es zu den Aufgaben der Geschäftsleitung, die Träger- und Anschlussgemeinden regelmässig zu informieren. Wie bereits im letzten Jahr wird auch 2025 der bewährte Rhythmus «August – Dezember» fortgeführt. Im August stehen jeweils die Budgetplanungen für das kommende Jahr im Fokus, während der Dezember / Januar-Termin genutzt wird, um auf das abgeschlossene Betriebsjahr zurückzublicken.
Diese Informationen richten sich nicht nur an die Gemeinderäte und das Personal der Träger- und Anschlussgemeinden, sondern auch an unsere internen Teams. Denn nur wer gut informiert ist, kann seine Aufgaben auch mit Weitblick und Verantwortung wahrnehmen.
Unser Ziel ist es dabei nicht nur, Informationen zu vermitteln, sondern auch einen offenen Dialog zu fördern. Wir schätzen Rückmeldungen sehr – gerade auch wenn diese kritisch sind. Ihre Perspektiven helfen uns, die Arbeit zu hinterfragen und kontinuierlich zu verbessern.
Das Jahr 2024 war ein nasses und damit auch für die ARA ein forderndes Jahr. Die schweren Regenfälle hatten stets umfangreiche Reinigungsarbeiten in den Aussenanlagen zur Folge.
Auch in diesem Jahr blieb die ARA Thurtal glücklicherweise von grossen Unfällen verschont, defekte Anlagenteile wurden nach Möglichkeit durch das engagierte Betriebspersonal repariert und die Abwasserwerte wurden in sämtlichen Prüfungen als gut beurteilt. Auch das zweite Betriebsjahr der IKA ARA Thurtal war rundum erfolgreich.
Der Verwaltungsrat traf sich auch dieses Jahr wieder zu vier ordentlichen Sitzungen und behandelte dabei 29 Geschäfte zu ganz unterschiedlichen Themen. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsrat und Geschäftsleiter ist einwandfrei und die Doppelfunktion «Sekretär Verwaltungsrat und Geschäftsleiter» bewährt sich. Die Wege sind kurz und die gegenseitige Information gesichert. Am 1. November 2024 ist der bisherige Geschäftsleiter in den verdienten Ruhestand getreten und hat sein Amt an den Nachfolger übergeben.
Auch dieses Jahr haben wir die Informationen für die Anschluss- und Trägergemeinden periodisch zusammengetragen. Sie sollen helfen, alle Interessierten auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig auch für die Anliegen unserer ARA Thurtal zu sensibilisieren. Wir danken an dieser Stelle für das Wohlwollen, das Interesse und die stets gute Zusammenarbeit.
Ein Highlight der gegenseitigen Kontakte war sicherlich der Behördentag vom 5. Juli 2024. Nochmals herzlichen Dank für das gezeigte Interesse. Sporadisch soll diese Form des gegenseitigen Austausches weiter gepflegt werden.
Ausblick auf Jahresrechnung 2024
Vermutlich sind noch einzelne Rechnungen aus dem alten Jahr ausstehend und die Abschlussbuchungen sind ebenfalls noch nicht getätigt. Dennoch kann mit einem Blick in die Erfolgsrechnung per Anfang Januar 2025 gesagt werden, dass die Jahresrechnung ungefähr dem Budget entsprechen dürfte. In den folgenden Konten sind grössere Mehrausgaben vorhanden:
- 3120.00 Ver- und Entsorgung Liegenschaften Verwaltungsvermögen
Budget: CHF 52’400, Stand Erfolgsrechnung: CHF 114’708
Begründung: Die gestiegenen Energiekosten waren bereits im Jahr 2023 ein Thema und wurden bei der Budgetierung für das Jahr 2024 zu tief angesetzt. Die Kosten sind leider weiter konstant gestiegen. Die nassen Frühlings- und Sommermonate haben stark zu einem höheren Energiebedarf beigetragen. Viel Abwasser bedeutet auch viel Leistung. Der budgetierte Betrag wurde um mehr als 100 % überschritten. Die im Jahr 2024 erstellte PV-Anlage ist nun in Betrieb und kann die Energiekosten für das Jahr 2025 hoffentlich etwas eindämmen.
- 3130.02 Transportkosten
Budget: CHF 112’000, Stand Erfolgsrechnung: CHF 144’815
Begründung: Die Tarife der Klärschlammentsorgung sowie deren Transporte sind im Jahr 2024 markant angestiegen. Ende Januar wird eine Besprechung mit der ARA Frauenfeld und der KVA Thurgau stattfinden um die neuen Preise zu diskutieren.
Neben einzelnen kleineren Minderkosten bei diversen Konten werden aber auch die planmässigen Abschreibungen bei den Konten übrige Tiefbauten, Hochbauten, Mobilien und übrige Sachanlagen deutlich tiefer ausfallen.
Investitionen 2024
In der Investitionsrechnung 2024 sind die beiden Vorhaben «Ersatz Serveranlage» sowie «Installation PV-Anlage» enthalten. Trotz einiger Schwierigkeiten konnten beide Vorhaben programmgemäss realisiert werden.
Der Ersatz der Serveranlage ging ohne weitere Zwischenfälle bereits im Dezember 2023 über die Runden und so konnte der Ersatz des Servers ca. 20 % unter dem budgetieren Betrag abgeschlossen werden.
Die Inbetriebnahme der PV-Anlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes war im Frühsommer 2024 angedacht. Das fehlende Geländer und die punktuellen Schadstellen am Dach verzögerten jedoch den Baustart. Seit Mitte Juli ist die Anlage an der Prozesssteuerung der ARA und wäre grundsätzlich einsatzbereit gewesen. Aufgrund der totalen Überlastung und Nichterreichbarkeit der EKZ konnten die sonnigen Tage noch nicht genutzt werden und der Zähler der EKZ wurde erst im Oktober installiert. Die letzte externe Abnahme fand Ende Dezember 2024 statt. Nun sollte der Stromlieferung nicht mehr im Weg stehen und die Subventionen des Bundes werden in den nächsten Monaten erwartet. Die budgetierten Kosten konnten um ca. 3 % unterschritten werden.
Investitionen 2025
Das V-GEP der IKA ARA Thurtal wurde mit dem AWEL vorbesprochen und durch die beteiligten Ingenieurbüros per Ende Dezember 2024 bereinigt und eingereicht. Die in den Unterlagen vorgeschlagenen Massnahmen sind jedoch noch nicht im Budget 2025 aufgeführt. Aus diesem Grund werden im Jahr 2025 die kleineren Arbeiten gemäss Budget ausgeführt.
Per Ende 2024 wurde für die in der Investitionsrechnung 2025 enthaltene Studie für die zukünftige Ausrichtung der ARA Thurtal (Ausbau oder Anschluss) eine Offerte eingeholt. Diese liegt vor und wird an der nächsten Verwaltungsratssitzung besprochen. Diese Studie kann bei einer Vergabe bis Mitte Jahr fertiggestellt werden. Die Träger- und Anschlussgemeinden werden im nächsten Informationsschreiben dann über die vorgesehene Weichenstellung des Verwaltungsrates informiert.
Personal
Der genehmigte Stellenplan beträgt 275 % und teilt sich auf drei Festangestellte auf. Daneben wird eine Aushilfe auf Stundenlohn-Basis beschäftigt. Dieser Stellenplan hat nicht nur das Funktionieren der ARA Thurtal mit allen Aussenanlagen abzudecken, sondern auch den Betrieb der ARA Altikon-Niederneunforn, die im Auftragsverhältnis betreut wird. Dieser Betreuungsauftrag wurde durch den VR auf den 31.12.2026 gekündigt.
Dieser Stellenplan soll auch 2025 unverändert beibehalten werden. Allerdings ist dabei vorauszusetzen, dass weder gesundheitliche Ausfälle noch grössere betriebliche Störungen zu verzeichnen sind.
Per 31. Dezember 2024 besteht noch ein Ferienguthaben von 31.5 Tagen sowie ein Überzeitanspruch von 237 h der Mitarbeitenden. Das doch beträchtliche Ferienguthaben stammt grossmehrheitlich noch immer vom Umbau der ARA (2015/2016) und wird – wo immer betrieblich möglich – sukzessive abgebaut. Die Geschäftsleitung und der Klärmeister werden sich im 1. Quartal 2025 zusammensetzen und mögliche Lösungsansätze bei einem Personalausfall diskutieren.
Christian Keller hat dieses Jahr die Schlussprüfung zum Klärwart erfolgreich abgeschlossen und zusätzlich die Staplerprüfung absolviert und erfolgreich bestanden. Herzliche Gratulation. Christoph Truninger hat den 3-tägigen Weiterbildungskurs «Ohne Netz keine ARA» absolviert.
Christoph Truninger wird die IKA ARA Thurtal nach etwas mehr als 10 Jahren per 31. März 2025 verlassen und sich einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Für das langjährige Engagement und die Einsatzbereitschaft möchten wir ihm herzlich danken. Am 6. Januar 2025 durften wir dafür mit Paul Lauffenburger einen neuen Mitarbeiter in der ARA Thurtal begrüssen. Paul wird im Stundenlohn zu einem Pensum von ca. 50 % arbeiten. Herzlich willkommen.
Zwischen Geschäftsleiter und Klärmeister haben im zu Ende gehenden Jahr 16 Rapporte stattgefunden, an denen Betriebliches, Personelles, Finanzielles und Informelles ausgetauscht worden ist. Die Ergebnisse werden in einer Aktennotiz festgehalten, die jeweils zur Kenntnisnahme auch an den Präsidenten des Verwaltungsrates sowie an den Rechnungsführer gehen.
Informationen über den Betriebszustand
Abwasser kennt keine Pause und somit auch die Kläranlage und deren Personal nicht. Die Anlagen sind über das ganze Jahr, 24/7 in Betrieb. Dieses Jahr wurden die Armaturen und Anlagenzeile der ARA, vor allem auch durch die nasse erste Jahreshälfte, stark beansprucht. Nichts destotrotz kann gesagt werden, dass die Anlagen auf der ARA über das ganze Jahr mehr oder weniger störungsfrei funktioniert haben. Die vorgesehenen Revisionsarbeiten und Projekte konnten planmässig umgesetzt werden.
Dennoch sind durch das Jahr immer wieder unvorhersehbare Ereignisse aufgetreten, welche jedoch durch das Betriebspersonal und die geeigneten Fachkräfte kurzfristig ersetzt oder repariert werden konnten. So mussten zum Beispiel der Elektroschieber beim Rücklaufschlamm repariert, die Messsonde beim Auslauf des RÜB Ellikon ausgewechselt oder die Pumpe des Frischschlammbehälters ersetzt werden. Weiter mussten neben dem Rührwerk der Biologie 2 das Dachgeländer ersetzt und das Flachdach saniert werden. Zusätzlich waren kleinere Ersatzanschaffungen wie eine neue Waschmaschine, die neuen Schliesszylinder beim PW Uesslingen oder der defekte Computer für die Messaufzeichnungen angefallen.
Die Pumpen bei den Pumpwerken Uesslingen und Thuracker haben auch nach der Revision immer wieder Probleme gezeigt und mussten daher mehrere Male revidiert bzw. repariert werden. Dies jedoch glücklicherweise noch innerhalb der jeweiligen Garantiefrist.
Ab September 2024 wurden durch den Klärmeister immer wieder Abwässer mit sehr tiefen pH-Werten (pH = 3.1) festgestellt. Diese Fracht wurde monatlich um den 20igsten in der Nacht gemessen. Im Dezember konnte der Verursacher endlich ausfindig und darauf aufmerksam gemacht werden. Auswirkungen auf die Anlage hatte die Einleitung zum Glück nicht.
GEP IKA ARA Thurtal
Der Generelle Entwässerungsplan (GEP) über die ARA Thurtal wurde bereits vor einigen Jahren durch den damaligen Zweckverband in Auftrag gegeben. Nun, Ende 2024, war es endlich soweit und der nach der Vorbesprechung mit dem AWEL bereinigte Verbands-GEP wurde bei der Geschäftsleitung eingereicht. Nach der Genehmigung des Verwaltungsrats Ende Januar 2025 wird dieser beim AWEL zur finalen Genehmigung eingereicht. Es wird davon ausgegangen, dass diese Prüfung reine Formsache ist und wir ab Frühling 2025 einen genehmigten V-GEP vorliegen haben.